Psychodrama für Fachpersonen: Weiterbildung, Verbände und Videos

Psychodrama ist ein gruppenpsychotherapeutisches Verfahren, das Jakob Levy Moreno in Wien entwickelte. Es arbeitet handlungsorientiert: Die Protagonistin oder der Protagonist bringt ein Anliegen auf die Bühne, die Leitung führt durch die Szene und Hilfs-Iche übernehmen die Rollen wichtiger Personen.

Die Methode in Kürze

Begründer
Jakob Levy Moreno (1889 bis 1974), zuerst in Wien, später in den USA
Zentrale Techniken
Rollentausch, Doppeln, Spiegeln und Sharing
Anwendungsfelder
Einzel-, Paar-, Kinder-, Familien- und Gruppenpsychotherapie, außerdem Supervision, Sozialarbeit, Erwachsenenbildung, Schule, Coaching und Organisationsberatung
Weiterbildung
In Deutschland nach dem DFP etwa fünf Jahre berufsbegleitend (Grundstufe zwei, Oberstufe drei Jahre); in Österreich mindestens acht Semester im Fachspezifikum

Primärquellen: ÖAGG Fachsektion Psychodrama: Psychodrama-Methode, DFP: Psychodramatiker/in werden, FEPTO: Was ist Psychodrama? (auf Englisch)

Wir informieren und stehen für unsere Auswahl ein. Bedingungen, Preise und Termine prüfen Sie bitte beim Veranstalter.

Psychodrama: Weiterbildung

Wir bieten keine Kurse an. Jedes Programm hat einen Link zum Veranstalter und ein Prüfdatum.

DFP, Deutscher Fachverband für Psychodrama

Weiterbildung in Psychodrama: Grundstufe und Oberstufe

Der Verband beschreibt die große Weiterbildung: zwei Jahre Grundstufe mit dem Titel Psychodrama-Praktiker/in und drei Jahre Oberstufe mit den Titeln Psychodrama-Leiter/in, Psychodrama-Therapeut/in oder Psychodrama-Suchttherapeut/in. Eine Stundenzahl nennt die Seite nicht; die Weiterbildung findet an Instituten statt, die der Verband auf seiner Institutsseite aufführt.

Format
Berufsbegleitend, insgesamt etwa fünf Jahre, an den Instituten
Sprache
Deutsch
Für wen
Praktiker/in: abgeschlossene Berufsausbildung und/oder Fachschulabschluss. Leiter/in und Therapeut/in: Hochschulabschluss, Therapeut/in für Ärztinnen, Ärzte, Psychologinnen und Psychologen; in der Regel mindestens 22 Jahre bei Beginn der Oberstufe
Seite des VeranstaltersGeprüft: 1. November 2026

Moreno Institut Edenkoben/Überlingen

Psychodrama-Weiterbildung: Grundstufe und Oberstufe

Zwei Jahre Grundstufe (Abschluss Psychodrama-Praktiker/in für Gruppenleitung und Beratung) und zwei Jahre Oberstufe (Psychodrama-Leiter/in oder Psychodrama-Therapeut/in). Die Grundstufe umfasst Selbsterfahrung, Anwendungstraining, Theorie- und Praxisseminare, Einzelsupervision und ein Kolloquium mit schriftlicher Fallarbeit; eine Gesamtstundenzahl nennt die Seite nicht.

Format
Berufsbegleitend, an Orten in Deutschland und online
Sprache
Deutsch
Für wen
Praktiker/in: Fachschulabschluss und/oder abgeschlossene Berufsausbildung. Leiter/in und Therapeut/in: Hochschulstudium, Therapeut/in für Ärztinnen, Ärzte, Psychologinnen und Psychologen. Zulassung nach einem Erstinterview, in der Regel ab 21 Jahren

Gelistet beiDFP, Liste der WeiterbildungsinstituteFEPTO, Liste der Mitgliedsinstitute

Seite des VeranstaltersGeprüft: 1. November 2026

ISI, Institut für Soziale Interaktion, Hamburg

Weiterbildung Psychodrama-Praktiker:in

Etwa zweijährige Weiterbildung in Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel im Einzel- und Gruppensetting, mit Anwendungstraining, berufsfeldspezifischen Seminaren, Theorie und Supervision. Die Seminare laufen als Wochenendblöcke von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag. Das Institut schreibt, jeder Kurs sei durch den DFP und die FEPTO zertifiziert.

Format
Wochenendblöcke, etwa zwei Jahre; Präsenz oder online nicht angegeben
Sprache
Deutsch
Für wen
Die Seite nennt keine Zugangsvoraussetzungen; vorgesehen sind ein Aufnahmeprozess oder ein Vorgespräch

Gelistet beiDFP, Liste der WeiterbildungsinstituteFEPTO, Liste der Mitgliedsinstitute

Seite des VeranstaltersGeprüft: 1. November 2026

ÖAGG, Fachsektion Psychodrama, Österreich

Universitätslehrgang Fachspezifikum Psychodrama

Psychotherapeutische Ausbildung im Fachspezifikum Psychodrama, durchgeführt von der Fachsektion mit Partneruniversitäten (Donau-Universität Krems, Universität Salzburg, Berta-Suttner-Universität St. Pölten). Die Mindestdauer beträgt acht Semester; am Ende stehen ein akademischer Grad (MSc(CE) oder MA) und die Möglichkeit, die Eintragung in die Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums zu beantragen.

Format
Berufsbegleitend, überwiegend Wochenendseminare; Lehrtherapie und Einzelsupervision gesondert
Sprache
Deutsch
Für wen
Abgeschlossenes Propädeutikum und ein Aufnahmeverfahren (Gespräch, Entscheidungsseminar, Zustimmung von zwei Lehrtherapeutinnen oder Lehrtherapeuten), Ausbildungsvertrag und ÖAGG-Mitgliedschaft
Seite des VeranstaltersGeprüft: 1. November 2026

PDH, Psychodrama Helvetia, Schweiz

Modulare Ausbildung in Psychodrama (Psychodramatiker/-in PDH)

Zweistufige Ausbildung. Die Grundstufe führt in einer festen Gruppe über zwei Jahre in elf Wochenendmodulen mit je 24 Einheiten zu 45 Minuten zum Titel Psychodrama-Praktiker/in und wird meist mit dem Moreno Institut durchgeführt. In der Aufbaustufe folgt die Spezialisierung im Kinder- oder im Erwachsenenpsychodrama (Kinderpsychodramatiker/-in PDH oder Psychodramatiker/-in PDH).

Format
Feste Gruppe, Wochenendmodule
Sprache
Deutsch
Für wen
Die Seite nennt Berufsfelder wie Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie, Medizin, Psychotherapie, Beratung und Coaching, aber keine genauen Zulassungsbedingungen; fragen Sie den Verband

Gelistet beiFEPTO, akkreditierende Organisationen (führt PDH auf)

Seite des VeranstaltersGeprüft: 1. November 2026

So wählen Sie ein Programm

  • Anerkennung. Ein Verbandsregister oder ein offiziell anerkannter Abschluss.
  • Praxis. Stunden unter Supervision und Fallbesprechung Ihrer eigenen Fälle.
  • Lehrende. Erfahrung gerade in dieser Methode.
  • Ergebnis. Diplom, Zertifikat oder nur Wissen.
  • Zugang. Ob eine Grundausbildung und ein Praxisnachweis nötig sind.

Psychodrama: Videos

Alle Videos zu Methoden

Was ist Psychodrama?

Kanal: Fachsektion Psychodrama im ÖAGG · Geprüft: 1. November 2026

Kurzvideo der österreichischen Fachsektion, das zeigt, wie eine Psychodrama-Therapiesitzung abläuft und für wen Psychodrama geeignet ist. Die Beschreibung enthält keine Kapitel.

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"Psychodrama ist... Gruppentherapie"

Kanal: Fachsektion Psychodrama im ÖAGG · Geprüft: 1. November 2026

Folge der Reihe „Psychodrama ist...“ zur Psychotherapie im Gruppensetting: Drei Lehrtherapeutinnen und Lehrtherapeuten sprechen darüber, welche Bedeutung die Gruppe für die Entwicklung hat und was Gruppentherapie bei negativen Erfahrungen und Ängsten bietet; eine Gruppe ist im Bild. Ohne Kapitel.

Auf YouTube öffnen ↗

Folge 1 Was ist Psychodrama? Der DFP, Rollen und Begegnung | Gäste Julia Kausch & Sebastian Anoldi

Kanal: Deutscher Fachverband für Psychodrama · Geprüft: 1. November 2026

Erste Folge des DFP-Podcasts „Bühne des Lebens“: Die erste und der zweite Vorsitzende des Verbands erklären, was der DFP tut und wie man Mitglied wird, was Soziometrie, Doppeln, Rollentausch, Hilfs-Ich und Sharing bedeuten und wo Psychodrama in Therapie, Coaching, Supervision, Bildung und Teamentwicklung eingesetzt wird. Ohne Kapitel.

Auf YouTube öffnen ↗

Psychodrama: Verbände und Institute

Verzeichnisse von Fachleuten, Weiterbildungsstandards, Fachtagungen. Die Links führen zu den offiziellen Seiten; die Beschreibungen stammen von uns.

Deutschland

DFP, Deutscher Fachverband für Psychodrama

Berufsverband der Psychodramatikerinnen und Psychodramatiker in Deutschland. Er vertritt deren berufspolitische Interessen, sichert nach eigener Aussage die Qualität der Weiterbildung, führt eine Liste der Weiterbildungsinstitute und eine Suche nach Psychodramatiker/innen und veranstaltet eine Fachtagung.

Offizielle SeiteGeprüft: 1. November 2026

Österreich

ÖAGG, Fachsektion Psychodrama

Fachsektion Psychodrama der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik. Sie führt den Lehrgang Fachspezifikum Psychodrama mit Partneruniversitäten durch, bietet Fortbildungsseminare an, hält ein Symposion ab und betreibt einen YouTube-Kanal.

Offizielle SeiteGeprüft: 1. November 2026

Schweiz

PDH, Psychodrama Helvetia

Interessenverband der Schweizer Psychodramatikerinnen und Psychodramatiker mit Sitz in Biel. Er bietet Ausbildungsgänge (Psychodramatiker/-in PDH, Kinderpsychodrama) und Seminare an; die FEPTO führt ihn unter den akkreditierenden Organisationen.

Offizielle SeiteGeprüft: 1. November 2026

international

FEPTO, Föderation Europäischer Psychodrama-Ausbildungsorganisationen

Föderation, gegründet 1996, die Ausbildungsinstitute und akkreditierende Organisationen in Europa und im Mittelmeerraum vereint, Mindeststandards der Ausbildung und einen Ethikkodex verfolgt und ihre Mitglieder nach Ländern auflistet. Die Seite ist auf Englisch.

Offizielle SeiteGeprüft: 1. November 2026

Psychodrama: häufige Fragen

Wie wähle ich eine Psychodrama-Weiterbildung aus?

Prüfen Sie den angestrebten Abschluss (Praktiker/in, Leiter/in oder Therapeut/in in Deutschland, Fachspezifikum in Österreich), den Umfang, ob Selbsterfahrung und Supervision enthalten sind und wer die Weiterbildung trägt: in Deutschland nennt der DFP seine Mitgliedsinstitute, in der Schweiz bietet PDH eigene Ausbildungsgänge an, in Österreich führt die Fachsektion im ÖAGG den Lehrgang mit Universitäten durch. In Deutschland dauert die Weiterbildung nach dem DFP etwa fünf Jahre.

Was bedeuten Praktiker/in, Leiter/in und Therapeut/in?

Nach dem DFP führt die zweijährige Grundstufe zum Titel Psychodrama-Praktiker/in; damit lassen sich ausgewählte Techniken im eigenen Berufsfeld anwenden, vor allem in Gruppenarbeit und Beratung. Die dreijährige Oberstufe führt zu Psychodrama-Leiter/in, Psychodrama-Therapeut/in oder Psychodrama-Suchttherapeut/in.

Wie unterscheidet sich Psychodrama von Gestalttherapie?

Der Rollentausch ist ein Gedanke Morenos, den Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten im Zwei-Stühle-Dialog nutzen; das beschreibt der DFP. Psychodrama selbst ist ein gruppenpsychotherapeutisches Verfahren mit Protagonist, Leitung, Hilfs-Ichen und Bühne.

Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?

Sie hängen vom Land und vom Abschluss ab. In Deutschland verlangt der DFP für Praktiker/innen eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Fachschulabschluss, für Leiter/innen und Therapeut/innen ein Hochschulstudium; Therapeut/in steht Ärztinnen, Ärzten, Psychologinnen und Psychologen offen. In Österreich setzt das Fachspezifikum das Propädeutikum, ein Aufnahmeverfahren und die ÖAGG-Mitgliedschaft voraus. Lesen Sie die Bedingungen auf der Seite des jeweiligen Programms.

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